Projekt JAWA 573 Ultrasport

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neu

      Hallo Scharlachdorn
      Mit Interesse sehe ich, dass Du Rollenlager einbaust. Der Johannes baut die auch ein. Sicher auch noch andere. Wir diskutieren da schon seit Jahren darüber. Ich bin da noch immer etwas unsicher über die Langzeitwirkung. Der riesen Vorteil liegt ja bei der Montage. Auch ist die Tragfähigkeit, gegenüber Rollenlagern größer. Auf der anderen Seite habe ich mir mal schon genauer das Laufbild der Rollen an den Lagerschalen genauer angesehen. Die Gefahr besteht ja darin, das die Lagerschalen nicht 100 prozentig parallel zueinander montiert werden. Dadurch entsteht ein ungleiches Laufbild auf den Lagerschalen, was dann bei hoher Laufleistung, das Lagerspiel vergrößern würde. Ich habe das schon gesehen. Mich würde mal sehr interessieren, ob hier jemand Langzeiterfahrungen damit hat.

      Grüße
    • Neu

      Gern berichte ich auch von Fehlschlägen mit denen umzugehen ist, auch um potenzielle Nachbauer auf den richtigen Pfad zu bringen. Wer Lager kauft, sollte VORAB ruhig immer mal in einen Lagerkatalog schauen. Im Falle von Zylinderrollenlager stellt man nämlich fest, dass deren radiale Lagerluft generell wesentlich größer ausfällt. Etwas Lagerluft ist erforderlich, insbesondere um die Pressung des Gehäuses auf den Außenring im Kaltzustand auszugleichen. Wer mal ein CN-Lager verbaut hat, weiß dass es nach dem Einschrumpfen und Erkalten schwer laufen kann.

      Ein NJ305 nun in C3 hat laut Katalog 35 - 60 Mikrometer Radialluft. Ein C3 6305 zum Vergleich nur: 13 - 28, ein C4 6305: 28 - 41 Mikrometer.

      Das einbaute FAG NJ305 C3 führte zu fühlbarem und messbarem Radialspiel des Wellezapfens:



      Das würde natürlich ordentlich poltern im Betrieb sowie mit kürzerer Lebensdauer einhergehen. Darum wird das Ganze jetzt mit einem CN Lager wiederholt. C2 würde auch noch gehen, aber die findet man im Handel nicht.

      Gruß

      SD
    • Neu

      Und noch ein kleiner Nachtrag. Zur konstruktiven Festlegung des Kolbendoms (Höhe) muss das Brennraumvolumen bekannt sein um mit beidem letztlich das geometrische Verdichtungsverhältnis vorab bestimmen zu können. Für das Auslitern des Kopfes kann man wie folgt vorgehen:




      Insgesamt ergibt sich mit diesem Kopf 10,7 : 1, was bereits völlig ausreicht für die alte Dame.

      Gruß

      SD
    • Neu

      Hallo Jawafreunde,

      mal wieder ein paar Einblicke aus dem Kabinett der Nachfeierabendtunerei.

      Weil der Start- vom Schalthebel getrennt sein soll (zur eventuellen späteren Verwendung in Rennerrahmen) muss also die Perakwelle rein. Diese musste rechts 20 mm verlängert werden. Die Starterwelle brauchte besagten Seegerring. So sieht das Trumm jetzt aus (weil man nirgends sowas findet):







      Die Verwendung eines Klappkickstarters scheint nicht vorgesehen mit dem Standarddeckel. Es ist zu vermuten, dass 579 / 554 Deckel in diesem Bereich anders gearbeitet sind. Der kleine Formfehler des - infolge Fräsarbeiten - mit Epoxy geklebten Durchbruchs ist hinzunehmen:






      Deckel 4 Stunden später:




      Limaseitig will ich ein solches, sündhaft teures (trotz Made in India!!) Lager einsetzen. KTM hat das oft so gemacht, alte 175er Jawas wohl auch. Das Lager erlaubt axiale Verschiebung, der ansonsten zwangsläufig immer zu Mini-Verspannung führenden unterschiedlichen thermischen Dehnung von Alugehäuse und KW. 2 x oder mehr Festlager widersprechen jeglichen Grundregeln des Maschinenbaus. Hättest Du dazu Bedenken Markus?




      Da weder Kolben noch Auspuff für das Projekt existieren müssen diese erstmal umrissen werden. Ich nutze dazu seit fast 23 Jahren das spezielle CAD-Programm DorniGraphics 9.5.2:






      Gruß

      SD

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Scharlachdorn ()

    • Hallo Jawafreunde,

      wieder einmal hat mir ein namhafter tschechischer Händler besten Kernschrott verkauft. Froh war ich endlich ein kleines 19er Schaftrad gefunden zu haben. Dass das Gewinde 0,5 mm zu groß im Außendurchmesser ist, hat wohl bisher niemand bemerkt. Was machen nur die Kollegen, die sich keiner Maschinen bedienen können und keinen Helfer kennen?



      Die 353 Kickstarterwelle musste gar innen wegen Rauheit und außen an der zu großen Verzahnung mittels Rundschleifen nachbearbeitet werden.

      Eine Frage bitte an die Perak-Experten: wie bitte schön wird / wurde denn das separate Starterhalbzahnrad auf den Wellen alten Typs befestigt? Soll das gepresst werden eigentlich? Laut Teilekatalog fehlt hier nichts.

      Dieses Halbrad, welches übrigens einfache Dreieckzähne statt Evolventenverzahnung aufweist - und von einem weiteren tschechischen Fachhändler angeboten wurde - lässt sich saugend bis zum Anschlag schieben - und fällt genauso wieder ab:






      Gruß

      SD
    • Hallo Jawafreunde,

      gerade mal 200 Arbeitsstunden später, kann endlich der Zylinder für echte 349 ccm „fertig“ zur Seite gelegt werden. Bin gespannt, wie er läuft.

      Als nächstes bekommt er seinen 77 mm Kolben - nachdem er von jetzt rohen 76 mm aufgebohrt wurde. Dabei verschwinden die letzten Bearbeitungsspuren.


      Hier noch ein paar gegenüberstellende Bildchen 573 US gegen 559 Standard:







      Gruß

      SD
    • Hallo Jawafreunde, Servus Motorbiker,

      die Ignitech-Zündsysteme sind eigentlich recht feine Produkte. Insbesondere im 4-Taktbereich kann man viel damit machen. Und fehlende Halter, naja Feinheiten...

      Die Vape-Zeitgenossen aus Kroměříž schießen da noch ganz andere Vögel ab: Ich habe heute mal die 12V/150W Anlage in die 559-Spezial gesteckt, um zu schauen, ob es sauber doppelzündet. Tut es, aber hier bleibt einem trotzdem der Mund kurz offen stehen, ob jenes Pfusches “Gold-Standard” (auf der Suche nach merkwürdigen Geräuschen wurde ich schnell fündig am Gehäusedeckel):





      Gewiss ist es schwierig einen Typ Zündanlage für 100 verschiedene Vintage-Bikes aus der ganzen Welt zu konfektionieren, aber man würde doch erwarten, dass es wenigstens beim stolzen Kulturschatz aus dem eigenen Lande passt. Keine Ahnung, ob ich der Einzige bin, dem solches passiert und auffällt. Ich schüttel jedenfalls abermals meinen Kopf über die “berühmte” Vape-Qualität.

      Gruß

      SD

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Scharlachdorn ()

    • Hallo Scharlachdorn,

      ich musste Schmunzeln, als ich Deinen Beitrag las, denn ich habe gestern auch ein tschechisches Teil, nämlich eine Ignitech-Zündbox, in eine Honda eingebaut.

      Die Verkabelung war ganz klar und logisch: grün kommt an schwarz/weiß, weiß kommt an gelb, orange kommt an braun und rot kommt an schwarz.

      Und dass das mitgelieferte Extra-Kabel nicht benötig wird, ist ja auch verständlich.

      Aber dass die Box keine Möglichkeit zum Festmachen hat, sondern man mit Kabelbindern arbeiten muss, habe ich dann doch nicht mehr verstanden.....

      Herzliche Grüße

      Motorbiker
    • Hallo Jawafreunde,

      weil es mit der selbstgebauten Unterbrecherdoppelzündung stets Problem gab, hab ich mir schweren Herzens eine Vape besorgt. Von der Verarbeitungsqualität dieses vielgelobten tschechischen Produkts bin ich angenehm enttäuscht. Zwar legt man Wert auf schöne Laserbeschriftung, aber das wars dann auch schon. Teilenummer fehlen auf Adapterringen (was zu Verwechslung führen kann bzw. Prüfung erschwert), Passungen sind falsch, Pick-up sitzt 3,5 mm zu tief, Zündzeitpunkt kann nicht feinjustiert werden, keine Zugentlastung für die Kabel der Spulenkörper - und für den optischen Liebhaber - Spulen alle sehr unsauber gewickelt..

      Ich musste also wieder ran an die Maschinen:



      Der Zentierbund muss 96,95 mm haben, nicht 97,00 sonst siehe oben.


      Ohne Worte:






      Jetzt klappt es auch mit dem Zündzeitpunkt von 1,8 mm bzw. 16 Grad vor OT (Verdichtung 10,7:1). Außerdem kann ein potentiell minimal verdreht eingesetzt Wangenzapfen ausgeglichen werden, was Vape scheinbar nicht weiter tangiert.

      Gruß

      SD
      Bilder
      • F5E9DD0C-725B-484B-A8A2-F67B87EC14FA.jpeg

        512,78 kB, 1.400×1.200, 52 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Scharlachdorn ()

    • Hallo , Scharlachdorn !
      Das ist eine sehr gute Arbeit und Idee ! Bei meinem Ersatz - Motorgehäuse für die Jawa 500 OHC waren die hinteren Motorhalterungen derart verschlissen ( ca. jeweils 2-3 mm ! ), sodas sie aufgeschweißt werden mußten und ich sie dann auf Maß nacharbeiten mußte . da ist die Idee mit den aufgeklebten Verschleißblechen aus Stahl sehr gut und damit hat der Verschleiß kaum Chancen ! Der Fahrer der 500 OHC hat sicher nie die Halteschrauben kontrolliert und nachgezogen ?! Wenn trotzdem Verschleiß auftritt, können diese Bleche ja leicht erneuert werden ! Wenn bei meiner jetzigen Jawa 360 mal Verschleiß dort auftritt, werde ich auf jedem Fall diese Idee mit dem Verschleißblechen anwenden ! Das wird aber wohl nicht mehr passieren, denn ich kontrolliere nun öfter die Befestigung und ziehe die Schrauben bei Bedarf nach - außerdem bei meinem Alter... !?
      Nochmals ein herzliches Danke an Scharlachdorn für den guten Hinweis... !
      Mit freundlichen Grüssen - Arnold
      Arnold

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Arnold Büber ()